Neandertaler hat geschrieben:
Wir wohnen auf einer "verkehrsberuhigten Straße" allgemein als Spielstraße bekannt.
Da lassen alle Radfahrer es richtig schön rollen.
Das Problem ist aber, dass man sich kaum noch aus seiner Garagenausfahrt traut. Ich fahre schon ganz extrem langsam raus, trotzdem höre ich bei jedem 2-3 x dass Fahrradbremsen quietschen und dann folgen meist unflätige Beschimpfungen
Hat jemand eine Idee ?
Falls andere Anwoher derselben Meinung sind, besteht die (langwierige) Möglichkeit, die Spielstraße durch Hindernisse wie Blumenkästen usw "verkehrsberuhigen" zu lassen, sodaß rasende Fahrradfahrer soweit behindert werden, daß sie entweder vernünftig fahren oder sich einen anderen Weg suchen. Das muß natürlich die Kommune unterstützen wollen. Findet sich dort niemand, wird es schwer. Bei einer bestehenden Spielstraße schein dort aber schon jemand zu sitzen, der sich Gedanken macht.
Wenn man sich mit den anderen Anwohnern gut versteht, könnte man zB ein "Straßenfest" organisieren, das einerseits die Problematik anspricht und bei dem man Durchfahrende ansprechen, zu einem Getränk einladen und die Schwierigkeiten kommunizieren kann, und andererseits allein durch die Anmeldung des Festes eventuell Aufmerksamkeit beim Ordnungsamt und der Kommune herstellen kann.
Bei uns zu Hause ist es anders, die Problematik ist aber ähnlich: Wir wohnen an einer 6-spurigen Hauptverkehrsstraße mitten in der Stadt. Direkt an den Grundstücken entlang verläuft ein Gehweg, der etwa einen Meter breit ist. Zwischen Gehweg und Straße verläuft ein gut gepflasterter Radweg mit zwischen 1,8 und 2,2m Breite.
Das Gros der Radfahrenden hält sich an die Fahrtrichtung, es gibt aber auch Deppen, die gegen den Strom fahren. Durch das hohe Verkehrsaufkommen tun die das dann auf dem Gehweg. Und zwar vorwiegend mit elektro-unterstützten Lastenrädern und fast immer mit vollem Schub (also mit ca 25 km/h).
Ich fahre grundsätzlich äußerst langsam in den Gehweg hinein (also WEIT unter Schrittgeschwindigkeit), trotzdem sind fast täglich Beinaheunfälle die Regel. Wenn man mit 25 km/h 20 cm von einer Hecke Entfernt fährt, hat man keine Chance, mit einem langen Lastenrad mit Anhänger auszuweichen.
Die Ansprache solcher Leute hat folgendes in Erfahrung gebracht:
>Absolut kein soziales Gewissen bei den Radfahrpersonen.
>Mit einem Fahrrad für über 5000 Euro hat man IMMER Vorfahrt, auch wenn man sich verkehrswidrig verhält
>Bei einem Unfall ist man IMMER unschuldig, weil man ja Fahrrad fährt
>Auch bei freundlich vorgetragenen Ansprachen ist die Antwort nie druckreif.
Hier in Hamburg fangen Fahrradpolizisten damit an, solche Falschfahrer verstärkt zu kontrollieren und zu sanktionieren. Es gibt aber viel zu wenige solcher Streifen und inzwischen sind die immer zu dritt oder zu viert unterwegs, weil sie bei solchen Aktionen immer öfter mit körperlicher Gewalt konfrontiert sind.
Ich fahre selber mit dem Fahrrad, mit dem Auto, mit dem Solo-Motorrad und mit dem Gespann, früher bin ich schwere Lastzüge gefahren und gehe auch manchmal zu Fuß, ich kenne also alle Sichtweisen und Befindlichkeiten.
Inzwischen bin ich persönlich der Ansicht, daß die Radfahrer aller tatsächlichen und angenommener Geschlechter das asozialste Pack auf den Hamburger Straßen sind. Zumindest ein kleiner aber deutlich sichtbarer Teil dieser Verkehrsteilnehmer. Meist stammen diese Personen eher aus begüterten Verhältnissen und bewegen zweirädrige Elektro-SUVs der gehobenen Preisregion.
Außerdem bin ich der Ansicht, daß Fahrräder ein Versicherungskennzeichen benötigen, damit erstens die Halterperson ermittelt werden kann und, zweitens, damit bei eventuellen Unfällen eine Haftpflichtversicherung zwingend besteht.
(Ich hatte innerhalb der letzten 20 Jahre zwei mal einen unverschuldeten Unfall, wo der Fahrradfahrer keine private Haftpflichtversicherung hatte und ich komplett auf dem Schaden sitzen geblieben bin)