Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Alle Fragen, die den Motorradumbau zum Gespann betreffen

Re: Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Beitragvon JürgenL » 28. April 2012 18:51

HU hat geschrieben:Es gibt natürlich viele Beispiele von Gespannen, wo noch nie etwas passiert ist. Aber ein Fall in einer kritischen Situation ist einer zu viel.

Tritt das Problem nur in Gespannen auf ? (d.h. am Serien ABS wurde was geändert), von solchen Problemen habe ich an einer Sole noch nie was gehört.

grüße,
Jürgen
K 100 LT mit Jewell Elegance
Benutzeravatar
JürgenL
 
Beiträge: 121
Registriert: 31. Dezember 2010 20:54

Re: Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Beitragvon HU » 29. April 2012 10:32

Das Problem sind die veränderten Parameter. Das Solo-ABS ist mit den Größen der Solorädern, Gewichten und Verhältnis Raddrehzahl zu gefahrener Geschwindigkeit programmiert. Werden nun die Radgrößen und Gewichte durch den Gespannumbau verändert, kann es zu Fehlinterpretationen des ABS kommen. Es bezieht sich also nur auf das Gespann.

Der Ausfall bei BMW-Solomotorrädern hatte mit einer leeren, beziehungsweise schwachen Batterie zu tun.

HU
Benutzeravatar
HU
 
Beiträge: 501
Registriert: 27. April 2008 17:47
Wohnort: Gedern

Re: Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Beitragvon Crazy Cow » 29. April 2012 11:33

HU hat geschrieben:Das Problem ist nicht der Totalausfall des ABS, sondern wenn es eine Fehlfunktion hat. Es glaubt, daß eine Überbremsung stattfindet und versucht diese durch herunterregeln zu verhindern. Es kommt zum kompletten Ausfall der Bremse. So eine Fehlfunktion hat es schon gegeben, weil eben durch die Veränderung der Parameter, andere Räder, Gewicht etc. das ABS eine Situation falsch eingeschätzt hat.


Ja, es sieht so aus als wäre ABS nicht zu retten, nicht im Gespannbetrieb. Alle sagen, das Problem ist, wenn es anbleibt, sich also auch nicht selbst abschaltet. Es ist nicht nur so, dass ja nicht alle Parameter richtig übernommen werden können (messen), die Reaktion kann ja auch daraufhin vollkommen verkehrt sein (regeln). Sowas wie beim Flugzeug, wenn die Geschwindigkeitsanzeige nicht stimmt und der Schub runter geregelt wird.

Ich weiss gar nicht, welcher Herkunft das Yamaha ABS in der FJ 1200 und der GTS 1000 ist. Das wurde bei Erscheinen 1992 sehr gelobt.
Steht der Bock auf dem Hauptständer, 2. Gang eingelegt und Gas gegeben, geht das ABS Lämpchen an, was bedeutet, dass das System sich nicht mehr in der Lage sieht, fehlerfrei zu regeln und abschaltet. Das gleiche passiert bei schwacher Batterie oder nassem Kontakten. Sobald irgendwo ein Fehler erkannt wird, schaltet das System auf manuell um.

Das Problem bei den modernen Systemen ist, dass sie versuchen, möglichst lang die Oberhand zu behalten. Selbst ein separater HBZ für das SW Rad ist offensichtlich keine Garantie, dass das ABS sich so verhält wie bei der Solo.

Ich frage mich, was ein Billig ABS aus dem Automotive Bereich (VW Fox oder so) mit zwei Sensoren am SW Rad machen würde.
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

Bild
Der Hundertjährige meint:
Lich un Luf gibt Saf un Kraf
Benutzeravatar
Crazy Cow
 
Beiträge: 10363
Registriert: 12. Mai 2006 17:05
Wohnort: Paläozoikum

Re: Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Beitragvon xx_sidebike » 29. April 2012 18:15

Hallo,

HU hat geschrieben:Das Problem sind die veränderten Parameter. Das Solo-ABS ist mit den Größen der Solorädern, Gewichten und Verhältnis Raddrehzahl zu gefahrener Geschwindigkeit programmiert. Werden nun die Radgrößen und Gewichte durch den Gespannumbau verändert, kann es zu Fehlinterpretationen des ABS kommen. Es bezieht sich also nur auf das Gespann.

Der Ausfall bei BMW-Solomotorrädern hatte mit einer leeren, beziehungsweise schwachen Batterie zu tun.

HU


Aber wo wäre denn dann das Problem, wenn man idF. das ABS-Steuergerät - ggfs. mit einer zusätzlichen Sicherung - komplett abschaltet? Die 2 (4?) Bremskreisventile sind doch dann standardmäßig auf Duchgang geschaltet. Und am Fahrzeug bräuchte (fast) nichts geändert werden.

Fragt sich

Jens
xx_sidebike
 
Beiträge: 62
Registriert: 24. Oktober 2007 07:49
Wohnort: 53773 Hennef

Re: Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Beitragvon Crazy Cow » 29. April 2012 18:44

xx_sidebike hat geschrieben:Aber wo wäre denn dann das Problem, wenn man idF. das ABS-Steuergerät - ggfs. mit einer zusätzlichen Sicherung - komplett abschaltet? Die 2 (4?) Bremskreisventile sind doch dann standardmäßig auf Duchgang geschaltet. Und am Fahrzeug bräuchte (fast) nichts geändert werden.

Fragt sich

Jens


So ist ja die aktuelle TÜV Regelung, abschalten oder hydraulisch kurzschliessen, solange es keine Freigabe vom Hersteller gibt. Es geht nur darum, dass wenn es abgenommen wird und auch so eingetragen, darf es sich nicht wieder einschalten lassen. Schalterchen reicht also nicht.
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

Bild
Der Hundertjährige meint:
Lich un Luf gibt Saf un Kraf
Benutzeravatar
Crazy Cow
 
Beiträge: 10363
Registriert: 12. Mai 2006 17:05
Wohnort: Paläozoikum

Re: Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Beitragvon HU » 30. April 2012 12:48

Es gibt ABS-Systeme, welche man abschalten kann oder welche bei Ausfall ein "normales" Bremssystem übrig lassen. Es gibt aber auch Systeme, welche am Hand- u. Fußbremshebel nur einen Steuerkreis bedienen und dann wird eine Pumpe aktiviert, welche den Bremsdruck aufbaut. Fällt das System aus, bleibt nur ein Restdrucksystem, welches von jeder Uraltrommelbremse übertroffen wird. Der Druck an den Hebeln, welcher der Fahrer beim Bremsen spürt ist nur für das Gefühl, hat aber nur geringe Wirkung. Bei einigen neuen Motorrädern ist das ABS im Hauptrechner hinterlegt. Kein ABS und der Motor läuft nicht mehr. Gibt es ja auch schon bei den BMW mit Aircontroll. Batterie im Sensor leer, Computer sagt kein Signal könnte keine Luft bedeuten und schon startet der Motor nicht. Zusätzlich dann noch codierte elektrische Teile. Einfach mal eine Lima tauschen ist nicht. Nach dem Wechsel erst mal an den BMW-Werkstattcomputer und das neue Teil freischalten lassen.
Da kann man sich ja vorstellen, wie man bei einer "Fernreise" dasteht, wenn etwas kaputt geht.

Die elektronische Zukunft führt eindeutig zur Entmündigung der Fahrer und das nennt man "Werkstattbindung".

HU
Benutzeravatar
HU
 
Beiträge: 501
Registriert: 27. April 2008 17:47
Wohnort: Gedern

Re: Fernreisegespann R100GSPD oder R1150GSA?

Beitragvon JürgenL » 30. April 2012 20:15

Hallo,
Bei dem Problem mit der Restbremse handelt es sich um die ABS Variante die einen Bremskraftverstärker hatte. Verbaut in späten 1150er Serien sowie den ersten 1200ern. Mittlerweile verbaut BMW andere Systeme und damit tritt das Problem mit der Restbremse bei ausgefallenem ABS nicht mehr auf.
Prinzipiell würde ich bei Gespannen zur Zeit kein ABS empfehlen. Die Systeme sind auf Solomotoräder abgestimmt und müssen modifiziert werden, das scheint ohne Hilfe der Hersteller kaum möglich zu sein.

Grüße,
Jürgen
K 100 LT mit Jewell Elegance
Benutzeravatar
JürgenL
 
Beiträge: 121
Registriert: 31. Dezember 2010 20:54

Vorherige

Zurück zu Umbau zum Gespann

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast