R100GS meets Sputnik

Alle Fragen, die den Motorradumbau zum Gespann betreffen

R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 10. Februar 2017 08:22

Moin,
mein Name ist Georg und ich bin in Friesland an der Nordsee zuhause. Ich fahre seit 44 Jahren (oh Gott ...) Motorrad, angefangen mit einer R25/3 bis heute zur R100GS. Meistens also BMW 2 Ventiler - bis auf eine Guzzi-Episode, der ich immer noch ein bisschen hinterhertrauere.
Nachdem auch meine BMW in die Jahre kommt, möchte ich sie ein wenig stützen und ein drittes Rad spendieren. Konkret möchte ich diese Maschine:
Bild
mit diesem Seitenwagen verheiraten:
Bild
Nächste Woche werde ich beim TÜV meines Vertrauens mal vorfühlen. Ich habe einen Bauhs-Hilfsrahmen mit Papieren, einen Dnepr-Beiwagenrahmen und ein Sputnik-Boot. Der Seitenwagen kommt von einer R75/5. Könnte doch passen, oder? Bin totaler Gespann-Anfänger, aber mit viel Begeisterung und Schraubergeschick.
Haben die Experten Tipps, worauf ich bei diesem Projekt unbedingt achten muss?
Danke für jede Unterstützung!
Georg 8)
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Stützradler » 10. Februar 2017 08:37

Hallo und herzlich willkommen in unserem Forum. Tipps zum Anbau kann ich Dir zwar keine geben, aber ich kann Dir viel Erfolg wünschen, und das mache ich hiermit.
Viele Grüße aus Schleswig-Holstein.
Gerhard
Bild, BMW R100R Mystic mit Sauer Bruno, Bj. 1996 Bild BMW R1100 GS mit Heeler, BJ.98
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Feinmotoriker » 10. Februar 2017 10:01

Moin Georg,
ein paar kleine Tipps zu genau dieser Konstellation (kann man beachten, muß man aber nicht)
> Hilfsrahmen am Motorrad erstmal probehalber anbauen. Erfahrungsgemäß geht die untere hintere Querstrebe sehr eng am Getriebe vorbei bzw passt nicht verspannungsfrei.
Abtrennen und so anschweißen, daß es sauber sitzt. Bei der oberen hinteren Querstrebe ist es ähnlich.

> Das Beiwagenrad soll etwa 280 bis 300mm vor dem Hinterrad stehen (Achsmitte/Achsmitte). Diesen Vorlauf kann man mit einem originalen Dnepr - oder Uralbeiwagen nicht erreichen.
Lösung: Die Anschlüsse müssen versetzt werden.Bogen vorn abtrennen, in das Querrohr eine Buchse einschweißen, schlitzen und verdrehbaren Anschluß einsetzen. Hinten einen Aufschweißsattel so anschweißen, daß ein verdrehbarer Anschluß etwa 220mm vor dem Ende des Rahmens eingesteckt werden kann. Die Komponenten dafür gibt es bei den üblichen Verdächtigen.

> Am Motorrad wirst Du hinten ein stärkeres Federbein brauchen. Sowas gibt es auch bei den üblichen Verdächtigen. Von HCS gibt es das fertig konfiguriert für den Gespanneinsatz, bei Wilbers und YSS kann man sich das gegen Aufpreis entsprechend zusammenstellen lassen.

> Wenn die Telegabel bleibt, brauchst Du progressive Gabelfedern. Deine Gabel ist eine lustige Geschichte, die sich sehr schön auf jeden Bedarf einstellen läßt. Ein Gabelrohr hat die Zugstufendämpfung, das andere hat die Druckstufendämpfung. Wie das genau geht, steht in der BMW Werkstatt-Reparaturanleitung.

> Bau dir einen vernünftigen Lenkungsdämpfer an (Stabilus für Gespanne). Sowas gibt es bei Walter Gespanne. Nimm die mittlere Stärke (die im moment weichste erhältliche Variante). Am besten mit Kugelauge auf einer Seite. Zur Befestigung mußt Du auf der vorderen Diagonalstrebe eine kurzen Bogen anschweißen (zB ein Stück Lenkerrohr). Die Befestigung an der Gabel funktioniert ganz gut, wenn man einen selbstgebauten Halter an die Kotflügelbefestigung anschraubt. Bei m ersten mal braucht man für die Findung der richtigen Stellung bestimmt zwei Stunden...

>Beim Dnepr-Beiwagen hast Du eine seilzugbetätigte Trommelbremse. Beim Sputnik auch. Entweder gleich auf hydraulische Scheibenbremse (betätigt vom Vorderrad) umbauen oder eine vernünftige Seilzugaufnahme mit Hebel am Längsrohr des Beiwagenrahmens anschweißen und den Hebel als Schlepphebel unter den Fußbremshebel legen.
Beim Beiwagen auf deinem Bild ist ein Autorad verbaut.Das würde ich persönlich mit Scheibenbremse ausrüsten und hydraulisch mit der vorderen Bremse koppeln. Dazu passt sehr gut die Bremspumpe der R100R (15mm), die passt auch an die Lenkerarmatur deines Motorrades. Bremsleitungen in jeder gewünschten Länge (zB in dem Fall 2500mm) gibt es zB günstig bei Melvin als Maßanfertigung. Am günstigsten die Bremsleitung so verlegen, daß Du den Bremssattel mit Leitung abnemen kannst, um den Beiwagen kurz abzuschrauben. Erleichtert Wartungsarbeiten ungemein.

> Die Vorspur bei der GS mit 280 bis 300mm Vorlauf des BW Rades und Telegabel sollte zw 40 und 50 mm gemessen auf 2,2 m Länge sein. Sturz: Bei mit Fahrergewicht belastetem Motorrad soll das Motorrad genau senkrecht stehen.
So eingestellt wird das Ding ganz leicht und schön zu fahren sein

Ich fahre selbst eine R100GS mit Wasserrohr Verkleidung und habe inzwischen ca 10 solcher Gespanne gebaut. Wahrscheinlich werden jetzt einige Meinungen dazu kommen. Da mußt Du dann selber rausfinden, was für dich richtig und bezahlbar ist.

Viel Erfolg und Spaß beim Umbauen. Meiner Meinung nach mit die beste Variante, ein verhältnismäßig robustes und preiswertes Gespann herzustellen.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 10. Februar 2017 10:32

Das hört sich ja schon mal gut an! Ich freue mich, auf so viel Erfahrung aufbauen zu können!
Der Dnepr-Rahmen ist schon vorbereitet für BMW:
Bild

Bild

Bild
Im Detail muss man mal gucken. Ich kriege die Teile erst am Wochenende zusammen.
Das Pkw-Rad hat eine hydraulische Trommelbremse, muss ich mal untersuchen. Kann mir den Umbau auf Scheibenbremse noch nicht so richtig vorstellen.

Georg
P.S.: Was ist eine Wasserrohrverkleidung?
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Stephan » 10. Februar 2017 14:06

Die Rohre, die wo aussen an der BMW GS Frontverkleidung sind. Da kommt der Nickname her.

Ob Schwinge vorne, statt Gabel, wirst du wohl erst nach 'ner längeren Probefahrt merken. BW Bremse von vorne, oder an den hinteren Kreislauf angepappt?!? Naja, könnte in'nem Glaubenskrieg aussarten.

Aber ansonsten hat der Vorredner schon Recht/Erfahrung.


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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon MartinA » 10. Februar 2017 15:30

Hi Georg,
hier hat das schon mal jemand ganz gut beschrieben.
http://www.ferdinand-meise.de/Gespannbau.html
Nur die TÜV Problematik hat sich geändert.
Aber nach meiner Info, kann der TüV Prüfer die alten, damals gültigen Papiere,
als Hilfe zur Abnahme heranziehen, wenn alle Teile so alt sind,
und es damals mit diesen Gutachten eingetragen wurde.
Also musst du dir einen suchen, der bereit ist, dies zu machen.
Grüße MartinA-GS
Wer Rechtschriebbelfehler findet, darf sie bei ebay versteigern
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon hensmen » 10. Februar 2017 17:37

Moin Georg,
was hast du denn da noch alles rumstehen, weil wir sind doch so neugierig......
Zudem kommt meine Mutter aus Horumersiel und ich bin einfach viel zu selten da oben, liebe Grüsse vom Hans aus RT

sorry, natürlich herzlich willkommen und viel Glück mit dem Projekt.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Feinmotoriker » 10. Februar 2017 19:58

Die Bilder vom Beiwagen sind schon mal so, daß das brauchbar aussieht.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Heinzel » 11. Februar 2017 09:02

BW Bremse von vorne, oder an den hinteren Kreislauf angepappt?!?

Hinten ist keine hydraulische Bremse bei dem Typ . . .
Hab an meinem DAKAR Gespann mit an die vordere Bremse gekoppelt ! Ist ja das gleiche Motorrad nur der Tank und die Frontverkleidung etwas "hübscher" :wink:

Gruß aus MV
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 11. Februar 2017 09:10

Ich würde gern bei einer hydraulischen Betätigung der SW-Bremse bleiben. Gleichzeitig möchte ich nicht zu sehr in das Solo-Motorrad eingreifen (Ziel: wahlweise Gespann/Solo-Eintragung). Daher schwebt mir ein Hauptbremszylinder vor, der auf dem SW-Rahmen befestigt ist und mechanisch vom Bremsfuß betätigt wird. Sollte doch machbar sein.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon dreckbratze » 11. Februar 2017 09:15

dann guck dir mal einen mz - beiwagen an, da ist das so. allerdings rotten die gerne, da die halt im dreck sitzen.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon UKO » 11. Februar 2017 10:58

Moin! 8) Viel Erfolg bei Deinem Projekt. Was versprichst Du Dir von wahweisem Betrieb? Nach 1500 Km im Gespann ist die Bereifung fürs Solofahren unbrauchbar weil eckig abgefahren.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Stephan » 11. Februar 2017 11:26

Jep, und wie der Rahmen dann wohl ausschaut?


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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Feinmotoriker » 11. Februar 2017 13:14

Ich hab in den letzten 15 Jahren nur einen einzigen Kunden gehabt, der wahlweise unterwegs war. Alle anderen haben trotz WW-Eintrag den Beiwagen dran gelassen.

Hydraulische Fußpumpe am Beiwagenlängsrohr und einen Schlepphebel mit ner stabilen Rolle dran unter den Fußbremshebel montiert, ist eine gute Möglichkeit. Wenn man etwas schlau ist, kann man das sogar ganz leicht nach Bedarf einstellen.

Das Problem ist die Trommelbremse. Sowas möchte gern etwas Druck (so 1,5 bis 2 bar) vorgehalten haben, um nicht durch Pumpen erst die Beläge an die Trommel anlegen zu müssen.
Sowas wird durch ein Bodenventil erledigt. Gibt es ganz schlecht einzeln zu kaufen. Was es aber gibt, sind Hauptbremszylinder für Harley mit hydraulischer Trommel am Hinterrad. Im HD-Zubehör mal umkukken, sind von Wagner- Lockheed und kosten zw 80 und 120 Euro. Der Kolben ist halt sehr groß mit 3/4" (19mm). Zum Ausrechnen: Der Radbremszylinder der Hinterradbremse HD ist bei einigen Modellen 1" (25,4mm) und ab 1963 bis 1972 1,125" (28,58mm) und der Fußhebel ist sehr lang, also große Hebelwirkung.
Aber das läßt sich über den Betätigungsweg einstellen. Ausprobieren, nachschauen, wie groß der Radbremszylinder am BW Rad ist und dann "Jugend forscht" :D
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 11. Februar 2017 13:57

Ich gebe ja zu, dass eine wahlweise Eintragung wohl eher psychologische Absicherungsgründe hat für den (nicht erwarteten) Fall, dass ich mit dem dritten Rad nicht klar komme und wieder zurück will. Auf gar keinen Fall würde ich tatsächlich wechseln wollen - heute so, morgen so...
Aber noch mal zur SW-Bremse: Wenn man pumpen muss, um bei richtig eingestellter und entlüfteter Trommelbremse die Beläge zum Anliegen zu kriegen, scheint mir das Fördervolumen der Fußpumpe in der Tat zu klein zu sein. Das mit dem "Vordruck" verstehe ich nicht. Und ist hier tatsächlich ein Unterschied zur Scheibenbremse (erforderlicher Weg der Beläge)?
Wie wäre es bei der angesprochenen Version mit dem R100R-Handbremszylinder mit 2 Ausgängen: gäbe es eine Möglichkeit, die Bremskräfte aufzuteilen? Von wegen "Jugend forscht". Spannendes Thema.
MZ-Bremse (Bild aus Netz geklaut):
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Feinmotoriker » 11. Februar 2017 16:27

Ich hab mal bei Wikipedia was geklaut zu dem Thema:
Das Bodenventil hatte früher die Aufgabe, einen geringen Restdruck (etwa 0,4–1,7 bar) in der Bremsleitung zu halten, um mechanische Spiele, insbesondere an der Trommelbremse, auszugleichen und Kavitation (Gasbildung durch raschen Druckabbau, was zu Korrosion führt) zu verhindern. Es war am Hauptbremszylinder angebracht und in Fahrzeugen mit Topfmanschetten am Radbremszylinder der Trommelbremse verbaut. Heutzutage werden statt Bodenventilen Vordruckventile verwendet. Sie sind am Hauptbremszylinder im Bremskreis für die Trommelbremsen angeschraubt. Der Vordruck dient auch dazu, eine bessere Abdichtung der Manschetten im Radbremszylinder zu ermöglichen. Es gibt auch Trommelbremsen, die keinen Vordruck haben, dort übernehmen sogenannte "Lippenspreizer" die Abdichtung.

Handbremszylinder geht bei Scheibenbremse am Beiwagen.
Die Tripteq-Heeler Beiwagen haben oft serienmäßig auch eine hydraulische Trommelbremse, die vom Handbremszylinder ohne Bodenventil angesteuert wird. Ich verbaue das einfach nicht. Fertig.
Es gibt aber viele Leute, die damit zufrieden sind oder vorgeben, damit zufrieden zu sein. Zulässig ist es jedenfalls. Vielleicht brauchen sie auch keinen Vordruck (Lippenspreizer)
Versuch es halt. Wie gesagt: Jugend forscht.
Es schadet übrigens nicht, sich mal etwas in die Materie einzulesen, wenn man selber seine Bremse umkonstruiert. Übersetzungsverhältnisse, Grundsätzlicher Aufbau der Haupt- und Radbremszylinder usw. Man möchte ja, daß das am Ende zuverlässig funktioniert...
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Stephan » 11. Februar 2017 18:16

Wenn ich mir die Trommelbremse und deren Mechanik anschaue, da ist bei 'ner Scheibenbremse schon wesentlich weniger los. Dagegen ist 'ne Scheibenbremse völlig simpel. Die Kraft um die Bremsbeläge zu bewegen, nimmt ja keinerlei Umwege.


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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Stephan » 11. Februar 2017 19:17

Guck grad in der "Motorrad-Gespanne", nr.157. Da wird so'ne GS, von 800 auf 1.000ccm "aufgebohrt", mit Ural BW, angeboten. 6.975€ VB. . .



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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 16. Februar 2017 20:33

Moin,
die vordere untere Anschlußaufnahme an meinem Dnepr-Rahmen möchte ich so nicht lassen - suboptimale Arbeit... Die in der Literatur und bei Ferdinand Meise beschriebenen Rahmenrohre sind offenbar außen 50 mm und innen 43 mm. Dann wird beschrieben, dass man eine Buchse mit innen 32 mm reintreibt usw. Mein Rahmen hat außen 45 mm und innen 36 mm. Hmmm. Offenbar gibt's da Unterschiede. Da kann man doch die Buchse weglassen und ein 36er Anschlußstück für die Klemmung wählen, oder?

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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Feinmotoriker » 17. Februar 2017 10:26

Der Außendurchmesser 50mm ist bei Uralrahmen standard. Dnepr hat 45er Rohre.
Die gängigen Rohrduchmesser für Anschlußstücke sind oft 32mm im Durchmesser. Wenn Du also einfach was kaufen und einbauen willst, solltest Du eine Buchse einschweißen, die innen 32,1mm Durchmesser hat (aber erst warten, ob die Anschlußstücke wirklich 32mm sind oder nicht doch eher etwas mehr oder weniger, ich hab da schon große Überraschungen erlebt...)

Oder halt selber machen, dann stimmt die Qualität. Sieht ca so aus: Bild Die sind jetzt für ein anderes Motorrad, aber es wird klar, was ich meine...

Wenn Du alles selber machen kannst, ist es auch möglich, den 36er Duchmesser so zu übernehmen. Warum nicht.
Es ist üblich, keinen Kragarm länger als 100mm zu machen, maximal 130mm. Der Stabilität wegen...
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 18. Februar 2017 11:33

Danke für die Infos! So langsam klärt sich der Baukasten. Jetzt muss ich erstmal den Hilfsrahmen aufhübschen und montieren, dabei einen neuen Platz für den Ölkühler finden. Dann den BW-Rahmen in Position bringen und die benötigten Anschlussteile definieren. Mein (laut Vorbesitzer) Dnepr-Rahmen trägt übrigens folgendes Schildchen:
Bild
Ist das plausibel oder historischen Wirren geschuldet? Eine analoge Plakette findet sich auf dem Sputnik-Boot.

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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon scheppertreiber » 18. Februar 2017 12:12

Das sind wohl eher Wirren. Schildchen Dnepr-Boot oder Rahmen habe ich noch nie gesehen ...
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon dreckbratze » 18. Februar 2017 16:30

in meinem dnepr sw-rahmen ist ne nummer reingeschlagen.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon scheppertreiber » 18. Februar 2017 16:33

Schlagzahlen hab ich auch 8)
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Crazy Cow » 18. Februar 2017 16:52

So ein Schildchen ist doch fein. Wird eigentlich nur für den Vergleich mit den Papieren in der Verkehrskontrolle und bei der HU gebraucht. Tut keinem weh und frist kein Brot. Das ist doch alles nicht offiziell. Nur das entfernen und ersetzen durch ein anderes mit anderen Werten ist regelwidrig.
Weisst ja: alles was dran ist muss gehen und was druff steht muss stimmen. Es muss aber nicht alles dran sein und druff stehen.
Gute Fahrt, Gruß
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Feinmotoriker » 20. Februar 2017 09:58

Ein IZH Beiwagen hat eine andere Schwingenaufnahme und keinen Bogen zur Federbeinbefestigung. Der Rahmen sieht wirklich wie ein Dnepr aus. Und Schlagzahlen haben wir wohl alle im Schrank.... Der Dnepr Beiwagenrahmen ist aber recht robust. Einen Sputnik- Rahmen würde ich persönlich aufwändig verstärken. Der Dnepr kann das auch so sehr gut. Von daher wär ich froh an deiner Stelle.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Schwadlapp » 20. Februar 2017 17:48

Anbei ein Foto von einem " Sputnik VMZ 9.203"
Die Rahmenrohre haben einen Durchmesser von 40mm.
Das Federbein ist an einem Bügel befestigt.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon Schwadlapp » 20. Februar 2017 17:54

Die Beiwagenboot Aufhängung des Sputniks ist sehr auffällig. Siehe Foto
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 20. Februar 2017 19:04

Ne, mein Rahmen ist schon eindeutig Dnepr, wenn auch etwas "modifiziert":
Bild
Die Radaufnahme wurde auf VW Polo geändert, ganz gut gemacht. Die hinteren Bootshalterungen wurden abgeflext und durch Flacheisen ersetzt. Die hintere Anschlussklemmung wurde totgelegt und durch eine (unter dem Rahmen) aufgeschweißte Klemmung weiter vorn ersetzt. Soweit erstmal OK. Wo's mich graust, ist bei der vorderen "Klemmung":
Bild
Hier muss ich wohl doch eingreifen. Ich plane, die Einfachklemme zu entfernen, den seitlichen Schlitz zuzuschweißen und durch einen schräg nach vorn unten zeigenden zu ersetzen, zusammen mit zwei Klemmröhrchen. Die Wandstärke ist 4,5 mm, Innendurchmesser 36 mm.
Mein Boot ist dann wohl ein VMZ 9.101. Das 9.203 find ich auch schick und praktisch.

Gruß
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon dreckbratze » 20. Februar 2017 19:15

dürfte von ner MT16 mit sw-antrieb sein, der MT11 sieht radseitig anders aus.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon scheppertreiber » 20. Februar 2017 19:20

Ist MT11, bei der 16 ist so eine Art Oval eingeschweißt wo die Antriebswelle durchgeht.
Vorne wurde schon mal gebastelt ... der linke untere Anschluß ist eigentlich fix.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon dreckbratze » 20. Februar 2017 19:41

also diesen bogen unterhalb des rohrbogens mit der oberen dämpferbefestigung habe ich nicht, da ist das rahmenrohr meines dneprrahmens gerade und hinten guckt auch nicht so ein ausleger raus.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon scheppertreiber » 20. Februar 2017 19:44

Könnte auch Kaltverforumg sein (Unfall). Ich habe bei mir einen Dnepr MT11 Rahmen, einen
vonner Mt16 und einen Uralrahmen. Sehen alle leicht anders aus wie auf den Bildern :roll:
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 20. Februar 2017 19:59

Jetzt aber!! Von wegen "Kaltverformung"... So sah das wohl mal ursprünglich aus:
http://up.picr.de/28382172aj.jpg
Ist nicht mein Rahmen, Bild geklaut.

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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon dreckbratze » 20. Februar 2017 20:33

wie gesagt, ich habe die biegung am rechten rahmenrohr nicht, das "rahmenrechteck" besteht nur aus geraden rohren. der rest sieht aus wie auf dem unteren bild. ist aber auch wurscht, hauptsache nix ist gerissen und passt.
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon strichzwojan » 19. Mai 2017 14:16

Hallo,

ich fahre aktuell eine 100 GS mit Ott-Euro 1 SW. Dein Boot kenne ich von meinem Guzzigespann aus den 80er Jahren. Das ist ein Ish-Jupiter, der mit Originalrahmen vom TÜV bis 70 PS freigegeben war (Das TP-Gutachten habe ich sogar noch). Das Boot macht neben der GS sicher eine gute Figur, passt auch gewichtsmäßig. Das Stahlblech war rundherum zinkpulverbeschichtet, was eigentlich prima war, aber beim Schweißen von Rissen problematisch. Der Originalsitz war mit Sprungfederkern und hatte einen Sitzkomfort, der vorbildlich war. Die Lehne war zum nach oben Herausziehen (sieht bei dir anders aus). Super auch der Schubladeneinstieg für Leute, die nicht mehr so gelenkig sind.
Eine Katstrophe war das Federbein, was sofort alles Öl herauspumpte: da war statt eines Wellendichtrings an der Kolbenstange nur ein Gummistück, das mit Blumendraht umwickelt war (der SW war neu und direkt aus Rotterdam!)
Original hing der SW an der Ishevsk 2-Zylinderzweitaktmaschine, ich glaube ein 350 ccm Motorrad. Er war jedenfalls mit den 61 PS der Guzzi nicht überfordert.
Ich erinnere mich gerne an dieses Russenboot!

Viel Erfolg und Spaß beim Aufbau,

Jan
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Re: R100GS meets Sputnik

Beitragvon geobox » 22. Mai 2017 10:07

Moin Jan,
danke für deine aufmunternden Worte! Ich denke auch, dass das "Ensemble" ganz gut zusammenpassen wird. Ich habe jetzt soweit alle Teile beisammen und könnte mit der Anpassung anfangen, wenn - ja wenn ich nicht durch andere spannende Projekte aufgehalten würde.... Irgendwie neigen wir ja alle dazu, uns zuviel Projektarbeit ans Bein zu binden. Aber der Plan steht und die Zeit wird sich finden. Ich halte euch auf dem Laufenden!
Und Tschüß
Georg
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