Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Alle Fragen, die den Motorradumbau zum Gespann betreffen

Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 27. Mai 2017 17:39

Hallo Dreiradler!

Wie viele hier wissen, treiben wir ein ganz kleines und ganz leichtes Gespann, Baujahr-mäßig so am ehesten 1954 einzuordnen. Das ist durchaus kein grundsätzlicher Fehler, wie mir in einem anderen Forum vorgeworfen wurde ("40 PS und Schwinge hinten sollten es mindestens sein"), und das Ding macht viel Spaß. Andererseits ist es natürlich wahr, dass das Fahrwerk so einer Möhre ziemlich am Limit herumwerkelt.

Was da so ging, haben wir verbessert oder sind dabei, und da gibt es einen besonders wunden Punkt - und das ist die Telegabel. Das Ding, um es vorsichtig auszudrücken, taugt nicht. Bedrückt kann ich zusehen, wie sich da so ziemlich alles bei der Fahrt verwindet oder mit Schmerzen hören, wie das Teil ab und an durchschlägt.

Ihr wisst natürlich, was es da braucht: Eine Schwingengabel, bevorzugt mit einer gescheiten Querversteifung an den Beinen und eine einteilige, nicht zusammen-geschweißten Schwinge sowie gescheite Federbeine. Tja, gut gesagt …

Beim Horex-Treffen 2016 stand ich ziemlich nachdenklich vor diesem Teil:

Bild

Das ist die "Horex-Einheitsschwinge", die nicht nur an die Resident passt, wo die herstammt, sondern auch an Regina oder Imperator wie beim Renngespann im Bild mit 16"-Rädern. Da könnte man doch …

Unser Kumpel Volker meinte, man kann. Im April brachte er uns ein etwas angeranztes Exemplar für lau mit, gewissermaßen ein Abfallprodukt.

Bild

Also, wo er Recht hat, hat er Recht! Ich vermesse das Teil und stelle fest, dass es nur um wenige Millimeter von dem Entwurf abweicht, den ich 2016 in CAD gezeichnet hatte. Der Standrohrdurchmesser passt genau, die Höhe auch, der originale Lenkkopfwinkel weicht nur um 1° ab. Besonders schick: Die Adapter für die obere Gabelbrücke sind leicht anzufertigen und anzupassen, und die Länge des ungebogenen Teils oben passt auch. Ha!

Nun braucht man den Kesseldruckprüfern nicht mit "könnte, würde, hätte" zu kommen, also brauchte es erstmal einen Plan und ein "Proof of Concept" (Machbarkeitsstudie). Die originalen, einteiligen Schwingen schlabberten in den Lagern, dass es mich grauste.

Ich suche also zunächst 'mal nach einem Rohrbieger, der mir die Schwinge und den Bügel aus passendem Material biegen kann - nicht ganz einfach. Den habe ich gefunden, Top-Arbeit!

Bild

Zweitens braucht es da so allerlei Blechteile aus 3 mm-Stahl. Das ratzt sich nicht so schnell von Hand, also musste ein Laserbetrieb 'ran. Da fand sich auch einer, der weiß, wie das richtig gut geht, hier Beispiele:

Bild

Der Rest (vom Material her passende Rohre, Schrauben, Scheiben, Muttern, Splinte) war schnell gefunden.

Nun noch die Fertigung. Da brauchte es einen Strahler und einen Betrieb mit einem gescheiten Schweißschein. Die habe ich auch gefunden. Und um dem besten Horst von allen noch Zeit zu sparen, denn die hat er nicht, einen Betrieb, der Adapter und Hülsen vorbereiten kann. Habe ich auch.

Nun die Preisfrage: Was fehlt noch?

Richtig, der Segen der Kesseldruckprüfer. Ich bereite also wieder schicke Unterlagen vor und sende sie dem Mann meines Vertrauens. Der kennt uns und unsere Mopete schon und ist ganz angetan, aber das ist ihm zu heikel. Also zieht er die Typprüfungsstelle Darmstadt hinzu. Der glückliche Zufall will es so, dass dort sein Bekannter schafft, Herr L., der uns und das Moped ebenfalls kennt, da er uns 2014 die eigene Betriebserlaubnis bei der Abnahme verschafft hat.

Die beiden beraten sich also, und ihre Forderungen sind sehr bescheiden:
  • Eine Liste aller verwendeten Stahlsorten anstelle einer Festigkeitsprüfung.
  • Eine Zeichnung mit eingetragenen Materialstärken.
  • Eingeschlagene Nummern in Standbeinen und Schwinge zwecks Eintragung.
  • Ein Schweißer mit Schweißschein.

Ansonsten sind beide überzeugt, dass wir nicht pfuschen, und die Sache geht auch ohne Typprüfungsstelle klar, wenn ich diese Bedingungen erfülle.

Bei einer modernen Mopete mit amtlich Gewicht und Leistung geht sowas natürlich nicht, aber diese beiden legen vernünftigerweise die Maßstäbe der späten 1950er oder nur wenig mehr an. Da schon eine 350 Regina solo nur zehn Kilogramm weniger wiegt als unser ganzes Gespann, ist da reichlich Luft nach oben.

Cheers, Langer
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Stephan » 27. Mai 2017 18:48

Na, dann jetzt nicht schwächeln. Und flugs die Schlachtzahlen rausgesucht. EML konnte mirdamals, zur Freude des TÜVi auch eine Liste mit Nummern und Teilen liefern.

Und schön berichten. . .


Wobei bei dem kleinen Möhrchen gedacht hätte, da tät es eine Schwinge aus ´nem Fahrrad. . .

Viel Erfolg!


Stephan
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Slowly » 27. Mai 2017 18:48

Das sieht doch sehr ermutigend aus, Langer,
und wird sicher zu einem guten Ergebnis führen.

Viel Erfolg wünscht Dir
Hartmut,

der eine Frage zu den "eingeschlagenen Nummern" hat;
müssen die an den alten Teilen nachgewiesen werden ?
Oder werden die neu eingeschlagen und wenn ja, nach welchen Kriterien ?
Zuletzt geändert von Slowly am 27. Mai 2017 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 27. Mai 2017 19:06

Hallo, Jungs!

Die Nummern sind völlig beliebig, an den originalen Teilen gibt's gar keine, und werden neu geschlagen :grin: . Die sind nur dafür da, damit der TÜV diese wie eine FIN von Seitenwagen in den Abnahme-Papieren eintragen kann. Als stilbewusster Bastler habe ich mir 37915 für die Standrohre und 37918 für die Schwinge ausgeguckt, denn die passen zu den Gabelteile-Nummern von Victoria und sind noch nicht vergeben. Auch die originale Gabel hat keine eingeschlagene Nummer, das haben bei Victoria nur Rahmen und Motorgehäuse.

@Stephan: Nee, Fahrradgabel ist nicht. Das Moppedchen ist munterer, als es aussieht, und kann durchaus zügig durch Kurven bewegt werden :D . Die orischinole Gabel gerät schon in der Stadt an ihre Grenzen.

Das habe ich bei zwei Gespannen mit den Beinen und auf etlichen 1000 km seit 1989 nun lang genug "bewundert" :) .

Cheers, Langer
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Crazy Cow » 27. Mai 2017 19:15

Ich hätte eine ambitionierte, zertifizierte Schlosserei für dich in Alzenau. Der Jung ist auch Gespannfahrer. Bilderbuchschweissnähte und die Rohre hätte er auch gebogen.
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 27. Mai 2017 20:42

Sorry, Jungs!

Da war ich wohl nicht ausführlich genug :grin: . Also Sandstrahler "on demand" habe ich (in Bruchköbel, http://www.klose-sandstrahlen.de), dito Schweißer mit Schein (Flörsheim, UST-Schweißtechnik). Dito Metallbetrieb zur Anfertigung der Hülsen und Adapter. Daran klemmt's nicht.

Es klemmt an folgendem: Erstens, solche Schwingen wie an unserem Boot gibt's nicht mehr als Ersatzteil, die muss also mit der Flamme gerichtet werden. Zweitens, Horst hat keine Zeit für die Hefterei und Anpasserei (da wäre Dein Tipp vielleicht doch gut, Olaf - das ist jedoch ein Job, der realistisch geschätzt rund sieben Stunden dauern wird und auch Flex und sonstwas braucht und eher nach "Universalbastler" riecht -von Bilderbuchschweißnähten bin ich jedoch ein großer Fan!).

@Stephan: Bevor die Kesseldrückprüfer nicht "go" gesagt haben, wollte ich das nicht so breit treten. Klar werde ich berichten. Für die Interessenten klebe ich hier 'mal den aktuellen Zeichnungsstand in DIN A0 an (etwa halbe Größe, das wird später geteilt und 1:1 ausgeplottet).

Hier noch ein paar Details. Stahl und Schweißnähte der Horex-Gabel taugen nichts, aber Hauptsache, die Standrohre sind orischinol. Wie wenig das taugt, hat sich bei der recht fest gegangenen, unteren Gabelbrücke gezeigt - die musste ich mit einem 1 kg-Fäustel 'raushauen. Dabei hat's den verbindenden Kotflügelhalter fröhlich um gute sechs Millimeter verzogen. Na danke - weg damit!

Zu den Stahlsorten: Schwinge und Versteifungsbügel sind aus Rohr mit 26,9 mm Durchmesser und 2.65 mm Wandung aus S335J2, also etwa St53. Die Laserteile sind aus Stahl KGW DC-01/1.0330, etwa wie S235JR1. Die geraden, gekauften Rohrstücke sind aus EN 10305 = E235 ~= S235. Das sind etwas andere Hausnummern als der damals übliche Feld-, Wald- und Wiesenstahl. Offiziell sind das nur 0,2% Kohlenstoffgehalt, aber es ist trotzdem besser, wenn da ein Fachbetrieb 'ranrennt - vor allem bei der Verbindung zu St37 oder so.

Cheers, Langer
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Crazy Cow » 27. Mai 2017 21:20

Du willst das alte Schmodderding weiterverwenden? Lass das.

Ich habe übrigens einen Großformat Stiftplotter. Mach ne Zeichnung und schreib die gewünschten Kennzeichnungen auf. Alles andere kann mein Kumpel. Die nötigen Rohre hat er da, biegen und schweißen kein Problem. Stückliste auf der Rechnung mit Zert. Nummer. Mit dem TÜV gibt es ekien Probleme.
Was mich viel mehr stört: Ich habe bis heute noch nicht den Begriff Horex Einheits Schwinge gehört. Die Horex war die Telegabelmaschine und jede kleine Störung wurde von der verkaufenden Konkurrenz als lebensgefährlich bezeichnet. Es gab die Schnell- Schwinge, die ist aber vom Design ein ganz anderes Kaliber. So wie es in die 50er Jahre passt und auch einer Victoria stehen würde. Alles andere wäre doch irgendwie verbummfeit.
Bild im Horex Forum
ich weiß gar nicht, ob beide Modelle von Schnell waren.
Abbildung Quelle: http://www.2ri.de/Bikes/Horex/1955/Imperator
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 28. Mai 2017 09:37

Hi Olaf!

Das mit dem Schlosser klingt gut :grin: . Zu den Brocken: Die sind komplett im Haus, beziehungsweise, da fehlen nur noch Kleinigkeiten. Da sind die gebogenen Rohre für Schwinge und Bügel, sämliche Rohre für alle Buchsen und Hülsen, alle Blechteile gelasert (außer drei Beilegscheiben, die braucht's aber erstmal nicht), die Federbeine, originale Gabelbrücken als Montagehilfe, Silentblock für Kotflügelaufnahme hinten, sowie sämliche Schrauben, Scheiben, Muttern, Splinte etc.

Wenn Dein Kumpel (Reichenbach?) auch die Adapter oben drehen kann, umso besser. Die Bohrungen und Senken für Schwinge und Bügel könnte ich ja CNC-gesteuert machen lassen bei einem Laden hier in Frankfurt, weil das relativ komplexe Arbeiten sind, dafür könnten die sich das Ablängen der Hülsen schenken.

Für alle Hülsen, die Schwinge und den Querbügel gibt es Maßzeichnungen (CAD / PDF), und natürlich die gesamt-Zeichnung, die ich hier angeklebt habe. Ich kann jedoch natürlich noch beliebige Details zeichnen oder zur Endanpassung auch mit dem Vorderrad, dessen Achse und Schutzblech anrücken (sicher kein Fehler bei der Anpassung des Bremsankers). Ferner gibt's 'ne genaue Liste der Arbeitsschritte, und ich kann zwecks Ausrichtung eine Hinterradachse anbieten (da müsste dann einseitig für die Achsfaust nur noch temporär eine Hülse von 16 auf 20 mm drauf).
Olaf hat geschrieben:Du willst das alte Schmodderding weiterverwenden?

Wenn Du die Standbeine meinst (mehr bleibt ja nicht), dann ja. Da muss nicht so arg viel dran gemacht werden (Querbügel und Stoßdämpferhalter abflexen, Schwingenaufnahmen hinten öffnen). Ich denke, da legt der TÜV schon Wert drauf.

"Einheitsgabel" ist natürlich falsch, da hast Du Recht, und ich habe mich unglücklich ausgedrückt. Die Resident wurde werksseitig mit dieser Schwingengabel ausgeliefert, Tele gab's nur auf Wunsch. "Einheit" insofern, als diese Gabel auch oft in die Regina und Imperator eingebaut wurde und wird und da sofort passt - es gab sie auch an der Impe wahlweise ab Werk (siehe Bild bei Wikipedia). Hier ist eine originale Resident mit dieser Gabel zu sehen: https://www.kr26.de/grossbild/2016-09-10-4488 (Horex-Treffen 2016 in Burgholzhausen).

Wir können das mit Deinem Schlosser im Auge behalten, Olaf, danke! Strahlt der auch (ich meine mit Sand, nicht vor Freude :-D )? So sehr ich sowas hasse, aber leider gibt's hier ein bisschen Zeitdruck, wenn wir in der dritten Juli-Woche in See stechen wollen mit dem Ding. Wie kann/soll ich da jetzt weiter vorgehen?

Cheers, Langer
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Crazy Cow » 28. Mai 2017 11:27

Hallo Langer,

nein, mein Umfeld, alle (Ex-) Hanauer sind hochspezialisiert. Der Klaus schlossert nur (auch an seinen Gespannen), bzw. seine Leute, hat aber ein gutes Materiallager, auch zertifiziert. Sägen, flexen (plasmaschneiden), biegen, kanten, schweissen, schmieden und richten. Einmal die Woche werden die fertigen Teile abgeholt zum Verzinken, galvanisieren oder Pulverbeschichten. In der nächsten Woche sind sie wieder da. Komplexe Dreharbeiten gebe ich nach Hanau, der Klaus auch. Aber bei dem guten Mann warte selbst ich wochenlang. Mit Geduld und Spucke drehe ich kleine Teile selbst.
Sandstrahlen habe ich früher auch selbst gemacht, jetzt habe ich keine Kabine mehr. Ich kann aber mal rundhorchen, wo die beiden ihre Teile zum vorbehandeln hingeben. Vlt. ist da ja auch jemand mit Zweiradaffinität.
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 28. Mai 2017 11:38

Hi Olaf!

Also, wenn ich Dich richtig verstehe, soll's so laufen: Ich lasse die Dreh- und Fräs-Vorarbeiten bei Knebel machen (kein Problem), gebe die Standbeine zum Strahlen zu Klose (auch kein Problem, machen die auf Zuruf), und dann geht das montagefertige Klump zu Deinem Kumpel zum Schweißen - habe ich das so richtig verstanden?

Cheers, Langer
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 28. Mai 2017 11:54

Ok, ich frage 'mal selbst bei Klaus an.

Danke & cheers, Langer
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon MichaelM » 28. Mai 2017 13:49

Thomas, schön das es mit der Schwinge vorwärts geht.

Meine ist mittlerweile abgenommen und eingetragen.
Und das ohne Rüttlerprüfstand, Schrottpresse und Testfahrt auf dem Lausitzring.
Da Sachverständige ja gemeinhin Dipl.Ings. sind haben die auch einen gewissen Handlungsspielraum.
Der eine nutzt ihn der andere nicht.

Bei mir lief es ähnlich wie bei Dir.
Auflistung der verwendeten Materialen, Skizzen der ersten Entwürfe, Zeichnungen, Nachweise zum Schweissen/Prüfungen, Bilderbericht von der Fertigung und dem Umbau und zu guter letzt habe ich noch Gutachten und Bilder vergleichbarer Teile vorgelegt und ein bereits umgebautes Gespann mit Vorderradschwinge daneben gestellt.
Letzteres ergab sich zufällig, weil das Gespann vom Kumpel eh frischen TÜV brauchte.

Ende gut alles gut.

Offtopic

Ergebnis der ganzen Sache:
Ich plane ein Gespann der Mittelklasse selber zu bauen.
In die engere Auswahl haben es 2 japanische Motorräder geschafft, von denen es schon einige Gespanne gibt und ich jetzt auch Kontakt mit Besitzern, der in Frage kommenden Modelle, habe.
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 15. Juni 2017 14:52

Hallo Jungs!

Klose, der Strahler in Bruchköbel, war Dienstag die reine Freude. Angerufen wegen Termin. "Wann auch immer, bevorzugt vor 15:00 Uhr.". Ich sage 14:00 Uhr an.

Hingefahren, dem einzigen greifbaren Mann mein Sprüchlein aufgesagt. Meint er: "Morgen?". Ich "Nee, jetzt - Termin habe ich ja ausgemacht.". "Ach so, okay, kann zehn Minuten dauern." (und legt die Beine auf den Gabelstapler).

Kommt der Kollege und verschwindet mit Stapler und Beinen :grin: . Der Strahler springt hinterher und fängt den Flüchtling ein. Dann schafft er jede Menge Rümpel in die Kabine. Kurz später kommt er wieder 'raus mit dem Teil und bemerkt, dass das links schon arg narbig gewesen sei. Was das denn genau sei? Ich erkläre. Er bläst das Ding ab.

Soweit prima, aber wo ist die Chefin für's Finanzielle? Er sucht, ein paar Minuten später schlägt sie auf. Sie sind ratlos. Schließlich schlägt sie 20,- Ocken vor.

Das ist fair, aber ich bin ja listig, also lege ich noch 10,- Steine für die Kaffeekasse dazu. Die händigt die Chefin wortlos dem Strahler aus, der schaut mich an, als sei ich geistergestört (Zitat: "Fack ju Göhte") - sowas kennt er wohl nicht :grin: .

Bild Bild Bild

Ade, Altlacke, orischinoles "fischsilberblau" und Rost! Keine 16 Minuten nach meiner Ankunft bin ich wieder auf dem Weg nach Hause.

Das Gewinde links hat's vorher angeknorzt, darum steckt da auch nur ein Lappen drin, die Schneideisen sind auf dem Postweg. Die Traktor-Brocken auf der Palette lassen mich vermuten, dass die auch bei Blechen nicht unbeleckt sind - im Hof standen noch Kisten mit ganz dünnem Zeug.

Cheers, Langer
Zuletzt geändert von Thomas Heyl am 16. Juni 2017 09:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon FietePF » 15. Juni 2017 15:31

Thomas, das sieht schon gut aus, wenn ich groß bin, möchte ich auch eine Schwinge :D

Viel Erfolg
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 15. Juni 2017 16:36

Hi Alfred!

So gut wie Du hätte ich's auch gerne. So'n Teil von R26 oder R27 sollte bei Dir doch ad hoc passen. Das ist allemal günstiger und einfacher als unser Vorhaben :grin: .

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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon UKO » 15. Juni 2017 18:20

Och nööö, nich ne R25 mit ner Schwinge versauen, das ist Stilbruch! :roll:
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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 15. Juni 2017 18:40

Hallo UKO!
Och nööö, nich ne R25 mit ner Schwinge versauen, das ist Stilbruch! :roll:

Von mir aus. Ich würde das als zeitgenössische Verbesserung betrachten, besonders beim Gespannbetrieb, zumal das auch noch Orischinol-Teile sind.

Ansonsten ist das ja Alfreds Sache, und er schielt ja auch schon nach größeren Kalibern :grin: .

Nur gut, dass unsere Victoria nie original sein sollte und nur eine konsequente Weiterführung der 1954 beendeten Entwicklung :grin: .

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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon Thomas Heyl » 24. Juni 2017 16:07

Hallo!

Update: Ich habe einen fast direkt um die Ecke gefunden, der mir um kleines Geld die Brocken konfektionieren und dann kommende Woche mit mir zusammen heften wird (damit da ja nix schiefgeht), und der nicht nur Ausstattung, sondern auch Plan hat (und nicht nur die von mir ausgedruckten Pläne :grin: ). Wenn jetzt nichts Größeres mehr schiefgeht, gibt's Chancen, dass das doch noch 'was zu unserer Reise ab 21. Juli wird samt Kesseldruckprüfer-Segen.

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Re: Gespanngabel für unsere Victoria KR26 (Alteisen)

Beitragvon FietePF » 24. Juni 2017 19:08

Hallo zusammen,

für die R25 wünsche ich mir keine Schwinge, wird da auch nicht so viel bringen.
Komme mit der Federgabel und der hinteren Wackelvorrichtung ganz gut zurecht.
Ist ja auch ein Leichtgewicht. Nur wenn es richtig holprig wird, schiebt die Fuhre seitlich weg.

Aber beim nächsten Gespann (der Trend geht scheinbar zum Zweitgespann) brauche ich das unbedingt :D

VG
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