Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Dämpfer, Räder, Bereifung usw.

Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon sankyodog » 2. Juli 2017 18:42

Hallo zusammen,

ich bin heute ein wunderhübsches Triumph Bonneville Gespann probegefahren (und gebe zu mich ein wenig verliebt zu haben).
Die Zugmaschine ist von 2001 und in wirklich gutem Zustand.
Der Gespannumbau ist von Uwe Schmidt aus Solingen mit einem viel kleinen sewhr leichten (und eben wunderhübschen) Beiwagen.

Die Vorderradführung ist eine geschobene Schwinge, die offenbar mit sehr geringem Nachlauf ausgeführt und sehr leichtgängig ist - und keinen Lenkungsdämpfer hat.
Bei der Probefahrt fängt die Lenkung bei geringen bis mittleren Geschwindigkeiten auch nach nur leichter Anregung (schräg angefahrene Belagkante, Gaswegnehmen in der Kurve, etc.) an zu schwingen.
Weil der Rest sehr ordentlich und wertig gemacht wirkt, habe ich den Eindruck, das ganze kann einfach einen Lenkungsdämpfer gebrauchen.
Kann ich sowas einfach selbst ausprobieren und dann den montieren, der am besten funktioniert?
Nach welchen Kriterien wähle ich aus?
Muss ich den eintragen lassen?
Was außer meiner grenzenlosen Naivität und Selbstüberschätzung gäbe es noch zu beachten?
Schöne Grüße

Roland
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Richard » 3. Juli 2017 05:23

wenn was funktioniert, sollte man das eigendlich auch so lassen.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Nattes » 3. Juli 2017 06:50

Evt. würden wir dann heute noch mit Faustkeilen hantieren. :-D
Wenn Gott gewollt hätte das Motorräder sauber sind,hätte er Spüli in den Regen getan.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Stephan » 3. Juli 2017 07:12

Fangen wir mal mit was Einfachem an. Hast du denn schon Befestigungspunkte? Einmal an der Schwinge und einmal an einer der vorderen Streben.

Wenn es so ist, dann meß mal die Abstände. Einmal mit Links, einmal mit Rechts eingeschlagenem Lenker. Die beiden Maße, plus dem der nötigen Schraubendurchmesser zur Befestigung.


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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon UKO » 3. Juli 2017 16:33

Hol Dir nen Mopedlenkungsdämper z. B. von LSL. Der ist nicht so schwergängig wie die üblichen Gespannteile und lässt sich ohne viel Aufwand an der oberen Gabelbrücke montieren. Dann brauchste nich an der Schwinge/Strebe Haltepunkte anschweißen.
Meistens ist die Dämpfung bei den Dingern auch noch einstellbar.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon fredde » 3. Juli 2017 18:09

Die Dämpfer som UK meint sind nicht billig. Zum ausprobieren und dann wegwerfen zu teuer.
Ich habs mit einem solchen versucht, Weil ich fand der originale wäre zu hart. Gieng nicht, er dämpfte viel zu wenig. Ist so ein Einstellbarer von meiner anderen Solo. Die sind nur für die kleinen Kräfte einer Solomaschine geeignet.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon UKO » 3. Juli 2017 18:12

fredde hat geschrieben:Die Dämpfer som UK meint sind nicht billig. Zum ausprobieren und dann wegwerfen zu teuer.
Ich habs mit einem solchen versucht, Weil ich fand der originale wäre zu hart. Gieng nicht, er dämpfte viel zu wenig. Ist so ein Einstellbarer von meiner anderen Solo. Die sind nur für die kleinen Kräfte einer Solomaschine geeignet.


Jo, aber der Kollege hat ja nicht viel Bewegung in seiner Lenkung. Da langt auch ein bisschen Dämpfung.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon sankyodog » 3. Juli 2017 20:48

Befestigungspunkte, die extra für einen Lenkungsdämpfer vorgesehen wären, gibt es nicht.
Der aktuelle Besitzer gibt zu Protokoll, der Gespannbauer (Uwe Schmidt) vertete die Meinung Lenkungsdämpfer seien unnötig/nicht hilfreich - demgemäß ist auch nichts vorgesehen.
Aber es gibt zu mindestens an der Gabel ausreichend Möglichkeit einen Dämpfer zu befestigen, zum Beispiel an der Federbeinaufnahme. Am Beiwagen ist mir nichts erinnerlich. Aber es wird sich schon was finden/was dran schrauben lassen.

Um meine Frage nohcmal in Erinnerung zu bringen: muss ich den eintragen lassen oder gibt´s die mit ABE?
Und was nehm ich denn jetzt?
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon dreckbratze » 3. Juli 2017 21:20

eintragen. gespanne sind keine massenprodukte, da gibts keine abe.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon robby ausm tal » 4. Juli 2017 08:44

sankyodog hat geschrieben:der Gespannbauer (Uwe Schmidt) vertete die Meinung Lenkungsdämpfer seien unnötig/nicht hilfreich - demgemäß ist auch nichts vorgesehen.


Da hatta Recht, ich hab nämlich auch keinen dran! :smt036 Vor etwas über einem Jahr dachte ich ich bräuchte doch einen :smt017 aber es war nur die Vorderradschwingenlagerung zum Teufel. :smt013 Lager neu und jetzt läufts wieder.
Grüße aus dem Bergischen!

Ich danke allen die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon UKO » 5. Juli 2017 19:47

dreckbratze hat geschrieben:eintragen


Oder behaupten "Das war schon immer so". Merkt/weiß doch eh keiner.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon sankyodog » 15. Juli 2017 20:42

Danke UKO, den Hinweis finde ich sehr bedenkeswert und befreiend und werde ihn im weiteren beherzigen.
Das konkrete Gerät ist natürlich über meine ganze Zögerlichkeit hinweg verkauft, so dass ich mir die Lenkungsdämpferfrage inzwischen für ein anderes Gespann oder vielmehr gleich für ALLE Gespanne stellen kann:

Was ist da eigentlich los?
Das kann doch so ein Problem nicht sein, ein Fahrwerk so zu einzurichten, dass die Lenkung funktioniert?
Es frustriert wirklich reichlich:
Jedes Gespann, dass ich bislang Probe gefahren bin, hat nach der ersten Fahrbahnverwerfung angefangen mit dem Lenker zu schlagen, dass die Arme Wellen schlagen. Der Schwenker heute hätte mich fast abgeworfen!
Das habe ich noch auf keinem Solo-Motorrad erlebt. Und auch keines der Gespanne auf dem Lehrgang hat auch nur annähernd solch kritisches Fahrverhalten gezeigt.
Aber draußen in freier Natur...
Die Eigentümer selbst hatten hingegen keine Probleme - wie ich aus dem Seitenwagen heraus beobachten konnte.
Was ist da los?
Bin ich der verkrampfte Angsthase an der Lenkstange oder ist die Vorderradführung wirklich so empfindlich/schwer einzustellen?
Ich kapiers nicht!
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Feinmotoriker » 15. Juli 2017 21:04

Dazu möchte ich kurz ein paar Worte schreiben.
Eigentlich braucht man keinen Lenkungsdämpfer, wenn das Gespann vernünftig ausgelegt ist. Das ist aber relativ und hängt von mehreren Faktoren ab.

Mein Suzuki Gespann (GSX1100G -Eigenbau) fährt sich für mich kinderleicht und idiotensicher. Ist aber halt für mich gebaut. Mein ehemaliger Lehrling, selbst Gespannfahrer, ist damit auf nur 15 km fast drei mal in die Hecke gefahren, weil bei ihm der Lenker schlägt. Bei mir nicht, ich kann das Ding bei wirklich jeder Geschwindikkeit loslassen und sie fährt geradeaus.
Meine Dame kommt mit dem Autoreifen vorne gerade so zurecht (kurze Arme, langer Tank, hohe Lenkkräfte), möchte aber auch ab und zu fahren. Also hab ich einen Lenkungsdämpfer verbaut. Walter Gespannbau, weichste erhältliche Ausführung. Ich selber merke kaum eine Änderung (hatte ja auch kein Problem). Allen anderen gefällt jetzt das Fahrverhalten gut.

Am letzten Gespann meiner Frau (R65 mit Uralwagen und Telegabel) war erst kein Dämpfer dran und sie hat sich daran gewöhnt, daß der Lenker leicht schlägt, wenn man zw 30 und 40 fährt und den Lenker losläßt bzw einen kleinen Impuls einleitet (also ca wie von dir beschrieben). Irgendwann hab ich mal probehalber so einen Stabilus Dämpfer von Walter eingebaut weil die Halterungen da waren und ich ihn eben da hatte. Das war sofort perfekt und blieb so.

Also. Man kann mit dem kleinen Wackeln bei 30 km/h gut leben, aber ein weicher Dämpfer ist dann komfortabler.
Man kann auch das Fahrwerk etwas anders einstellen (mehr oder weniger Vorspur). Ob man das damit weg kriegt, ist ungewiss.
Man kann mit Änderung des Reifendrucks kleine Verbesserungen (oder Verschlechterungen) erzielen. Ausprobieren.

Jeder Fahrer ist etwas anders, anderes Gewicht, andere Armlänge mehr oder weniger Erfahrung, mehr oder weniger schmerzfrei. An sein eigenes Gespann gewöhnt man sich schnell und kompensiert kleine Schwächen unbewusst und automatisch.

Ich persönlich würde an so einem Gespann einen Lenkungsdämpfer wie oben beschrieben montieren. Daz muß eventuell an der vorderen Diagonalstrebe ein Halter angeschraubt oder angeschweißt werden. Dann ist Ruhe und das Ding fährt wie gewünscht.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Stephan » 16. Juli 2017 08:27

Und der jeweilige Reifen hat noch einen grossen Einfluss auf's Lenkerschlagen. Da geht vom Motorradreifen bis PKW Gummi alles.



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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon dreckbratze » 16. Juli 2017 12:35

meine guzzi fährt sich auch ganz passabel ohne dämpfer, nur ganz leichtes pendeln bei 30km/h. ich habe aber einen verbaut, da durch die knüppelharte federung jedes schlagloch seine existenz an den lenker weitermeldet. mit dem dämpfer kann ich auch einhändig über flickenteppiche fahren.

@claus: ich vermute mal, dass dem max einfach die entsprechende konfektionsgrösse gefehlt hat um den vorderbau zu beruhigen, gell? ;-)
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Feinmotoriker » 16. Juli 2017 15:15

Genau, Achim. Der war nämlich ziemlich genau 50 kg leichter als ich. Damals.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Schorpi » 16. Juli 2017 19:29

Feinmotoriker hat geschrieben:Genau, Achim. Der war nämlich ziemlich genau 50 kg leichter als ich. Damals.



Moin Claus-
untertreibst du da nicht etwas :wink: :wink:

Liebe Grüße
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Stephan » 16. Juli 2017 21:03

Hab heute noch einen anderen Punkt bei der Probefahrt mitsamt Gepäck im und am BW, aber noch ohne Passagier, bemerkt. Hin&wieder ging das BW-Rad durch, naja Schlaglöcher wäre übertrieben, eher so sanfte Bodenwellen. Aber eben nur in der BW-Rad-Spur. Dadurch schaukelte sich das BW-Rad und damit die Lenkung kurz, ganz kurz nur, auf.

Man merkt es und denkt dann nicht weiter drüber nach. Immerhin ist die Federung dann mit Beifahrerin angenehm weich. Endlich der BW schwer genug, um das Federbein ordentlich zu belasten.


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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Feinmotoriker » 17. Juli 2017 07:54

Genau deshalb habe ich im Beiwagenfederbein eine hydraulisch verstellbare Federbasisverstellung. So kann ich per Handrad die Feder vorspannen, wenn mit Passagier gefahren wird und entspannen, wenn ich alleine fahre. Bei hartem Beiwagenfederbein wird jede Unebenheit zu einem Impuls im Lenker, was für mich unangenehm ist und viel Konzentration beim Fahren erfordert.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Stephan » 17. Juli 2017 09:11

So'n von Aussen verstellbares Federbein, sollte am BW eigentlich Standard sein. Es baut halt nicht jeder immer das BW-Rad ab.

Da verschleissen ja auf Dauer die Radschrauben. Reicht mir, wenn ich das jedesmal zur Bremsbelagkontrolle machen muß.


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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Zimmi » 17. Juli 2017 09:34

Ergänzung zu Claus' Beitrag: Die Dämpfer an Zugfahrzeug und Beiwagen sollten dem jeweils aktuellen Beladungszustand durch Fahrer und ggf. Passagier und Gepäck angepasst sein (Federvorspannung, evtl. auch Dämpfung). Dauerhafte Niveauänderungen durch starkes Ein- oder Ausfedern (vor allem an der Vorderhand) wirken sich ziemlich auf die Fahrwerksgeometrie (Nachlauf) aus.
Ich rede jetzt mal nicht von kaputten Dämpfern (hatte ich an meinem Russenbastard, die bewegten sich kaum noch, nach Austausch war das Pendeln 99% weniger, davor war's gerade noch erträglich)...
Meine Ex-Jawa hatte ich soweit eigentlich gut eingestellt, unabhängig vom Beladungszustand lief das Ding gut geradeaus und um die Kurven, nur im Schiebebetrieb und <30km/h fing das Ding an zu pendeln wie blöd. Ich hab irgendwann noch ein Radlager am BW mit ordentlich Spiel gefunden, vielleicht war's das (oder die nahezu musealen Reifen), aber die Kiste ist inzwischen verkauft...
Also alles mal checken, und evtl. dann doch noch einen Sicherheits-Dämpfer montieren. ;)

Grysze, Michael
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon sankyodog » 17. Juli 2017 18:06

@Feinmotoriker und Zimmi
Deine Erläuterungen erleichtern mich wirklich sehr. Denn jetzt ist klar, dass das was ich jetzt beim Probefahren erlebe normal und eigentlich zu erwarten ist - und ich auch eine Maschine mit Pendelneigung oder schlagendem Lenker in Erwägung ziehen kann, weil ich davon ausgehen darf, dass sich das einstellen lässt.

Andererseits heißt das aber auch, dass das Fahrwerk eines Gespann wirklich eine sehr empfindliche Sache ist, die von kundiger Hand eingestellt sein will. Ich wüsste selbst nicht nachzuprüfen ob eines der vielen beteiligten Lager vielleicht zu viel Spiel hat :?: oder ob doch eher eine der vier bis fünf Federn nicht richtig auf die anderen drei bis vier eingestellt ist :?: :?: . Im Extremfall bedeutet, das ja ich müsste die Fahrwerkseinstellungen anpassen, wenn ich unterwegs jemanden mitnehme (oder verliere) um zu vermeiden, dass mein Gespann in der nächsten zu vorsichtig angefahrenen Kurve in einen kritischen Fahrzustand gerät :( .
Je länger ich darüber nachdenke,desto weniger erleichtert bin ich von den Erläuterungen.
Fällt mir gerade auf :|
Ich nehme aber mal als Fazit mit, dass die Sache mit dem Lenkerschlagen so heiß nicht gegessen werden muss wie sie mir gekocht erscheint und danke euch herzlich für Rat und Diskussion.
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Crazy Cow » 18. Juli 2017 11:03

sankyodog hat geschrieben:Je länger ich darüber nachdenke,desto weniger erleichtert bin ich von den Erläuterungen.
Fällt mir gerade auf
Ich nehme aber mal als Fazit mit, dass die Sache mit dem Lenkerschlagen so heiß nicht gegessen werden muss wie sie mir gekocht erscheint und danke euch herzlich für Rat und Diskussion.


Wer viel fragt, geht viel irr..
Ein Problem, hundert Meinungen, hier wurden jetzt zwei Probleme angesprochen.

Man kann ein Fahrwerk durchaus so einstellen, dass es bei Zuladung nicht angepasst werden muss.
Das Lenkerpendeln rührt natürlich aus Schwingungen, einer Frequenz bzw. seiner Resonanz her. Die kann, wie beschrieben, in mechanischem Spiel begründet sein, oder aus kaum nachweisbarem elastischem in Vorderradschwinge und Lenkkopf. Niedrige Frequenz - hohe Amplitude und umgekehrt. Man bekommt den Effekt weg, keine Frage, die Kunst dabei ist, möglichst wenig zusätzlichen Lenkkraftaufwand in Kauf zu nehmen. Man kann es billig lösen, oder richtig.
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Zimmi » 18. Juli 2017 12:36

sankyodog hat geschrieben:...oder ob doch eher eine der vier bis fünf Federn nicht richtig auf die anderen drei bis vier eingestellt ist :?: :?: . Im Extremfall bedeutet, das ja ich müsste die Fahrwerkseinstellungen anpassen, wenn ich unterwegs jemanden mitnehme (oder verliere) um zu vermeiden, dass mein Gespann in der nächsten zu vorsichtig angefahrenen Kurve in einen kritischen Fahrzustand gerät :( .

Nicht zu viel nachdenken. ;) Wie Olaf schon schrub...
Relativ einfach: Is alles ähnlich wie bei der Solo (aber nur hier, sonst ist Gespann immer ganz anders. :grin: ). Dort stellst Du auch die Hinterhand auf härter, wenn Du Gepäck auflädst, und auf noch härter, wenn Du zusätzlich noch einen Passagier mitnimmst. Wenn Du 'nen ganz neumodischen Hobel hast, kannst Du sogar an der Gabel die Federvorspannung ändern und somit auf das geänderte Fahrzeuggewicht anpassen. So macht man's beim Gespann auch.

Die geometrische Grundeinstellung des Fahrwerks bleibt dabei gleich, Schrauben muss man nicht. Die Grundeinstellung ist immer eine Art Kompromiss, was Ideales für alle Fahrzustände ist kwasi die Kwadratur des Kreyses. :lol:

Wenn die Fahreigenschaften wegen der Grundeinstellung oder irgendwelcher Lager, Dämpfer oder Reifen nicht in Ordnung sind, muss man eben systematisch nach dem Schuldigen fahnden. Aktenzeichen XY...
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Ralph » 18. Juli 2017 22:50

sankyodog hat geschrieben:Der Schwenker heute hätte mich fast abgeworfen!

Bitte erleuchtet mich!


Mal eine Frage: Was für ein Schwenker war das? Etwa die alte XJ900, die im www angeboten wird?
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon sankyodog » 19. Juli 2017 21:04

Nope, aber die käme theoretisch auch in Frage, hast recht.
Es ist der Zephyr750-Schwenker, der im Motorrad-Gespanne-Magazin inseriert ist.
Der ist echt lecker und wirklich gepflegt. Steht in Kaiserslautern
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon sankyodog » 19. Juli 2017 21:05

Biste die "alte XJ 900" denn mal gefahren? Weiste da was drüber?
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Re: Wie wähle ich einen Lenkungsdämpfer aus?

Beitragvon Ralph » 19. Juli 2017 21:20

Bei der Zephyr ist aber auf dem Bild sichtbar und auch in der Beschreibung ein

Schwenker Kawasaki Zephyr 750 mit Armec ............. Lenkungsdämpfer usw…,


dran. Bei der XJ900 war schon ein Kunde von mir und sagte "Unfahrbar...." - als das Teil hier vor 10 Jahren raus ging war es problemlos fahrbar, okay, etwas nervös, aber mit einer Hand auf dem Lenker ruhig, Jahre später hat sich da wohl etwas verändert, oder wurde "verbessert" .

Die Probefahrt kannst Du Dir wahrscheinlich sparen. Der Kunde hat dann hier meine R12R Probe gefahren und gleich anschließend einen Schwenker bestellt, liegt also nicht am System sondern am Einzelstück und natürlich auch am Bediener. Bei mobile stehen noch zwei 1150GS-Schwenker und eine K1200R-SWING, muss man sich eben anschauen, wenn es denn ein "flexibles" Gespann wereden soll.

Von Wiesbaden kannst Du auch gerne bei mir reinschauen und ausprobieren, dann hast Du zumindest einen Vergleichsschwenker getestet, der meinen "Vorgaben" entspricht:

"Wer Mopped fahren kann, der kann auch Schwenker fahren!"
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