Gipfeltreffen der Großmächte China und Russland

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Gipfeltreffen der Großmächte China und Russland

Beitragvon 4Bikes10Räder » 9. April 2013 16:43

Hallo liebe Freunde exotischer Gespanne,
gestern kam es zu einem Gipfeltreffen der beiden Großmächte China und Russland.

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Die Konferenz verlief sehr harmonisch und war geprägt von gegenseitigem Respekt und Anerkennung.
Aufgrund Ihrer Gemeinsamkeiten konnten beide Nationen einen großen Schritt aufeinander zugehen.
Thema der Konferenz waren zwei Gespanne, die betriebsbereit aufgebaut neu für einen (gerade noch) vierstelligen Betrag in Dienst gestellt werden können. Anwesend waren eine Ural IMZ 8.103-40 Bj. 1993 und eine Jialing JH600B-A Bj. 2012.

Auf Basis der Papiere gibt es einige Erkenntnisse, z.B. ist das Leistungsgewicht mit 0,08 kW/kg bei beiden Kraftwerken gleich.
Die Ural hat 35 kg mehr Zuladung, die Jialing ist schwerer als der russische Eisenhaufen (Skandalös!).

Nach einem gemeinsamen Manöver mit Austausch der Fahrzeuge "Die Rote Armee bedient das Fahrzeug der anderen Roten Armee" mein persönliches Fazit:

Die Ural hat mehr Power untenrum - wenn der Russe startet dann treibt's das Gerät brutal nach vorne. Der Einzylinder der Jialing ist da eher dezent geschmeidig.
Im bekannten Ost-Gespann-Drag-Race (von 0 auf 35, auch für verkehrsberuhigte Zonen geeignet) hat somit die Ural ganz klar die Nase vorn.

Das sonstige Fahrverhalten des Dreirads aus Irbit ist aber eher als rustikal zu bezeichnen, hier kann die Chinesin mit sauberen Schaltvorgängen und ausgewogenem Fahrverhalten überzeugen.

Trotzdem zaubert es beim uralfahren unweigerlich ein Grinsen ins Gesicht - hier wird Motorrad gefahren in seiner reinsten Form, ehrlich, wild, kantig. Für Rebellen, nicht für Lederkombi-im-passenden-Farbton-zum-Bike-Fahrer.

Ausgleichend muss man allerdings sagen, dass die Bremswirkung der russischen Duplex gefühlt etwa um Faktor 137 schlechter ist als das, was die 4 chinesischen Bremszangen zu leisten vermögen. Zum Schalten müssen die Wadenmuskeln links extra trainiert werden, und das Fahrwerk erinnert an das Rühren in einer großen Borschtschsuppe.
In China hingegen kann man mit etwas Komfort auf den nächsten Klassenfeind zustreben, mit Ganganzeige und einem gelenkten Beiwagenrad, welches Rechtsdrehungen (auch politische) fast auf der Stelle ermöglicht.

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Nun, 60 Jahre Entwicklung und Technologie liegen zwischen den beiden Motorrädern und trotz aller Gemeinsamkeiten bewegen sich hier zwei verschiedene Welten auf drei Rädern. Und doch überzeugen beide mit Ihren jeweiligen Talenten.

Wollte ich die Welt umrunden mit einem Gespann, so würde ich sowohl auf russischem Stahl fahren als auch mit moderner Technik dem Unbekannten trotzen.

Die Freiheit der Straße findet man mit beiden Bikes.

-Klaus
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